Ohrenpflege beim Hund: Ohren richtig reinigen und Probleme früh erkennen

Von der Dog Health Insider Redaktionsteam · Zuletzt aktualisiert: 5. August 2026

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Kurze Antwort

Gute Ohrenpflege beim Hund ist Routine: Ohren regelmäßig kontrollieren, bei sichtbarem Schmutz oder Geruch mit einer sanften, speziell für Hunde entwickelten Lösung reinigen, den Gehörgang trocken halten – und bei geröteten, schmerzhaften, geschwollenen oder stark riechenden Ohren zur Tierärztin oder zum Tierarzt gehen. Ein gutes Ohrreinigungsmittel hilft, Ohrenschmalz, Schmutz, Feuchtigkeit und Geruch zu kontrollieren, und unterstützt einen sauberen, gesunden Gehörgang.

Ohrenpflege beim Hund entscheidet sich im Alltag: kurz kontrollieren, bei Bedarf sanft reinigen, trocknen – und wissen, wann der Fall in tierärztliche Hände gehört. Dieser Ratgeber führt Sie durch die komplette Routine, von der Auswahl der Lösung bis zu den Warnzeichen, bei denen Reinigen sogar schaden kann.

Warum regelmäßige Ohrenpflege wichtig ist

Der Gehörgang des Hundes verläuft L-förmig: Er fällt zunächst senkrecht ab und knickt dann waagerecht ab. Dadurch bleiben Feuchtigkeit und Ohrenschmalz (Zerumen) leicht liegen – ideale Bedingungen für Reizungen und für ein Überwachsen von Hefepilzen oder Bakterien, wie es bei einer Otitis externa der Fall ist. Hunde mit Schlappohren, Wasserratten und Allergiker sind besonders gefährdet. Eine feste Routine trägt zur Erhaltung eines gesunden Gehörgangs bei und hilft Ihnen, Probleme früh zu erkennen.

Hefepilz-belastete Ohren sind häufig – mehr dazu in unserem Ratgeber zu Hefepilzinfektionen beim Hund.

Wie oft sollten Sie die Ohren reinigen?

HundetypEmpfohlener RhythmusWarum
Gesunde Stehohrennur nach Bedarf, alle paar Wochen bis monatlichgute Belüftung, wenig Feuchtigkeitsstau
Schlappohren (z. B. Cocker, Basset)häufiger, teils wöchentlichOhrmuschel verschließt den Gehörgang
Schwimmer und Badehundenach dem Baden trocknen, bei Bedarf reinigenRestfeuchte im Gehörgang
Allergikerhäufiger, nach tierärztlicher AbspracheOhren reagieren oft als Erstes

Faustregel: reinigen, wenn die Ohren sichtbar schmutzig sind oder riechen. Zu häufiges Reinigen gesunder Ohren kann die Haut reizen – weniger ist hier oft mehr.

Was ein gutes Ohrreinigungsmittel ausmacht

  • Sanfte, speziell für Hunde entwickelte Ohrlösung mit passendem pH-Wert.
  • Löst Ohrenschmalz und hilft, Geruch und Feuchtigkeit zu kontrollieren.
  • Kein scharfer Alkohol, der auf gereizter Haut brennt.
  • Praktische Flasche für eine kontrollierte Anwendung im Gehörgang.

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Unterstützt die regelmäßige Ohrenhygiene. Nicht zur Diagnose oder Behandlung von Ohrerkrankungen bestimmt – bei schmerzhaften oder entzündeten Ohren gehört Ihr Hund in tierärztliche Behandlung.

Schritt für Schritt: Ohren richtig reinigen

  1. Suchen Sie einen ruhigen Platz und legen Sie Lösung sowie Wattepads bereit.
  2. Füllen Sie den Gehörgang gemäß Etikett: Ohrmuschel anheben und die Lösung hineingeben.
  3. Massieren Sie den Ohrgrund 20–30 Sekunden. Das schmatzende Geräusch zeigt, dass sich Ablagerungen lösen.
  4. Lassen Sie Ihren Hund den Kopf schütteln – so kommt der gelöste Schmutz nach oben.
  5. Wischen Sie den sichtbaren Bereich und die Ohrmuschel mit Watte aus. Schieben Sie niemals Wattestäbchen tief in den Gehörgang.
  6. Belohnen Sie Ihren Hund und wiederholen Sie den Ablauf am anderen Ohr.
  7. Trocknen Sie die Ohren nach dem Schwimmen oder Baden vorsichtig ab.

Häufige Fehler in der Ohrenpflege

  • Zu oft reinigen: gesunde Ohren brauchen keine wöchentliche Prozedur.
  • Wattestäbchen im Gehörgang: schiebt Material tiefer und kann das Trommelfell verletzen.
  • Hausmittel wie Essig- oder Alkoholmischungen: brennen auf entzündeter Haut und können Feuchtigkeit einschließen.
  • Nur ein Ohr behandeln: kontrollieren Sie immer beide Seiten.
  • Warnzeichen ignorieren: wiederkehrende Ohrprobleme haben oft eine Ursache (Allergie, Ohrmilben, Fremdkörper), die abgeklärt gehört.

Wann Sie NICHT reinigen sollten – sondern zum Tierarzt

Verzichten Sie auf die Reinigung und vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie Rötung, Schwellung, Schmerz, üblen Geruch, dunklen oder eitrigen Ausfluss, Kopfschiefhaltung oder ständiges Kratzen und Kopfschütteln bemerken. Das kann auf eine Otitis externa, auf Ohrmilben (Otodectes cynotis), auf ein Othämatom oder auf ein gerissenes Trommelfell hinweisen – dann kann Spülen schaden. Dog Health Insider beschäftigt keine Tierärztin und keinen Tierarzt im Team: Bei jedem schmerzhaften oder entzündeten Ohr entscheidet Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich die Ohren meines Hundes reinigen?

Reinigen Sie, wenn die Ohren schmutzig aussehen oder riechen – bei Schlappohren, Schwimmern und Allergikern teils wöchentlich, bei gesunden Stehohren eher monatlich. Vermeiden Sie zu häufiges Reinigen.

Kann ich Wasser oder Essig verwenden?

Ein speziell für Hunde entwickeltes Ohrreinigungsmittel ist sicherer und wirksamer. Selbst gemischte Lösungen können auf gereizter Haut brennen oder Feuchtigkeit im Gehörgang einschließen. Fragen Sie vorher Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.

Warum riechen die Ohren meines Hundes?

Geruch deutet meist auf viel Ohrenschmalz, Feuchtigkeit oder ein Ungleichgewicht durch Hefepilze oder Bakterien hin. Regelmäßige Reinigung hilft; ein starker oder anhaltender Geruch gehört tierärztlich abgeklärt.

Sind Wattestäbchen sicher?

Nur am sichtbaren äußeren Ohr. Führen Sie sie nie in den Gehörgang ein – Sie können Material tiefer schieben oder das Trommelfell verletzen.

Das Wichtigste zum Schluss

Regelmäßige, sanfte Ohrenpflege ist einer der einfachsten Wege, die Ohrengesundheit Ihres Hundes zu unterstützen und Probleme früh zu bemerken. Nutzen Sie ein hundespezifisches Produkt, reinigen Sie nur bei Bedarf, bleiben Sie aus dem tiefen Gehörgang heraus – und überlassen Sie jedes schmerzhafte oder entzündete Ohr der Tierärztin oder dem Tierarzt.

Tierärztlicher Hinweis: Dog Health Insider ist ein Informationsangebot und beschäftigt keine Tierärztin und keinen Tierarzt im Team. Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Sprechen Sie über die Ohren Ihres Hundes mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt, besonders wenn sie schmerzhaft oder entzündet wirken.

Weiterführende Ratgeber

Quellen und weiterführende Literatur

  • American Kennel Club – how to clean your dog ears (akc.org)
  • Merck Veterinary Manual – otitis externa in dogs (merckvetmanual.com)
  • VCA Animal Hospitals – ear cleaning and ear infections in dogs (vcahospitals.com)

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